Gartentipps

 

Grün als Verkaufsargument

Der Garten als Visitenkarte einer Immobilie

 

 

 Ein Haus zu verkaufen - zu einem möglichst hohen Preis - ist häufig schwieriger als vermutet. „Viele Verkäufer unterschätzen, wie wichtig dabei der Zustand des Gartens ist", so Claudia Brakonier, Geschäftsstellenleiterin der von Poll Immobilien, am 1. Oktober 2014 bei der Dialogveranstaltung Focus Garten in Düsseldorf. „Ein ungepflegter Garten verringert die Wahrscheinlichkeit, dass der höchstmögliche Preis für die Immobilie erzielt werden kann."

 

Was ist der Garten wert?

 

Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL) hatte Focus Garten zum Thema: „Was ist der Garten wert?" initiiert. Die Sachverständige für Immobilienbewertung Brakonier berichtete hier aus der Praxis, wie der Zustand der Grünfläche den Bodenwert beeinflusst und welche Auswirkungen dies auf den Preis eines Grundstücks hat. „Der Garten hat natürlich auch einen immateriellen Wert, der zwar schwer zu kalkulieren ist, sich jedoch positiv oder negativ auf den Verkaufspreis einer Immobilie auswirkt", erklärte Brakonier. „Der Garten ist die Visitenkarte einer Immobilie - der erste Eindruck, den Kaufinteressenten bei einer Besichtigung aufnehmen. Ein schön gestalteter Garten stimmt grundsätzlich positiv." Ein verwilderter Vorgarten hingegen schrecke ab: „Potentielle Käufer fragen sich, noch bevor sie das Haus überhaupt betreten haben, ob es drinnen genauso ungepflegt ist wie vor der Tür."

 

Begehrlichkeiten wecken

 

Den Garten nehmen viele Immobilienverkäufer nicht als entscheidenden Faktor wahr. Brakonier versucht ihre Kunden für dieses Thema zu sensibilisieren. In den letzten Jahren habe sie schon ein Umdenken festgestellt. Es gäbe aber noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Oft hätten schon kleinere Maßnahmen einen großen Effekt. Unverzichtbare Einbauten, wie Stellplätze für Autos, Fahrräder oder Mülltonnen können durch Begrünung attraktiv gemacht werden. Außerdem empfiehlt Brakonier ihren Kunden, während des Leerstands eines Gebäudes den Garten von einem Landschaftsgärtner pflegen zu lassen. Auch eine Schönheitskur kann sich lohnen. Die Immobilienexpertin berichtete von einem Fall, bei dem nach einer Investition von 10.000 Euro in den Garten ein Verkaufspreis erzielt werden konnte, der um ein Vielfaches über den bis dahin vorliegenden Angeboten lag. „Ein schöner Garten weckt Begehrlichkeiten und erhöht somit die Chancen, einen Käufer zu finden, der auch bereit ist, mehr für die Immobilie zu bezahlen."

 

Potential voll ausschöpfen

 

Manchmal kann es auch lohnen, mit dem Verkauf einer Immobilie auf die geeignete Jahreszeit zu warten. Ein blühender Magnolienbaum im Frühling, ein idyllischer Sommergarten oder Wilder Wein an einer Grundstücksmauer, dessen Laub sich im Herbst intensiv rot verfärbt - all das kann zum Tüpfelchen auf dem i werden und letztlich zur Kaufentscheidung beitragen. Auf die Frage, wie der ideale Garten aussehe, antwortete Brakonier: „Einen Königsweg gibt es hier nicht. Wichtig ist, die individuellen Bedürfnisse potentieller Käufer zu berücksichtigen. Wenn es sich um eine Immobilie handelt, die sich vor allem für junge Familien eignet, kann ein Gartenteich eher von Nachteil sein, ein Klettergerüst hingegen wäre dann ein echter Pluspunkt", sagte Brakonier. Es gäbe aber auch gestalterische Elemente, die fast immer gut ankommen - eine Terrasse aus Naturstein zum Beispiel. „Ein Beratungsgespräch vor Ort mit einem Landschaftsgärtner hilft dabei, Verbesserungsmöglichkeiten zu finden und das Potential des Gartens voll auszuschöpfen."

 

 

 

Quelle: BGL